Höhlen-Chronik

1584

Der Kuhhirte Jox Mellmann entdeckt nach mündlicher (schriftlich nicht festgehaltener) Überlieferung durch den Einsturz eines Rindes die spätere "Teufelshöhle".

1830

Papiermacher Walther, der in der Papiermühle Dummler arbeitet, lässt sich mithilfe einiger Kumpel in das "Teufelsloch" hinab.

1862 (27. April)

16 beherzte junge Männer aus Schlüchtern lassen sich (vermutlich wegen einer Mutprobe) in die Tiefe hinunter. Sie entdecken Nachttiere (wie Fledermäuse und Eulen).

Um 1897

Straßenbaumeister Albert Lüders bekundet Interesse an der Erschließung der Höhle und setzt sich deshalb schriftlich mit der Stadt Steinau an der Straße in Verbindung.

1898

Systematische Erforschung durch Straßenbaumeister Albert Lüders

1898 (14. Juni)

Albert Lüders steigt unter Mithilfe von Uferwärter Methfessel und Dachdeckermeister Scheer in das Teufelsloch.

1908

Lüders wird beruflich nach Schlüchtern versetzt. Hier gründet er den "Verein zur Aufschließung der Teufelsloch-Höhle bei Steinau".

1908 (Herbst)

Verein beginnt mit ersten Erschließungs- und Grabungsarbeiten (unter Mitarbeit von drei polnischen Bergarbeitern und der Steinauer Firma Oberhäuser).

1911 (Frühjahr)

Der Dom wird nach mühsamer und harter Arbeit durch einen angelegten Stollen erreicht.

1911 (Sommer)

Ein humanoider Schädel wird im Höhlenschlamm entdeckt und erregt sofort die Aufmerksamkeit führender Wissenschaftler.

1912

Erst ein Jahr später wird die Kunde von dem merkwürdigen Fund veröffentlicht. Nach und nach wird das Mysterium um den Schädelfund und dessen durch Apotheker Wilhelm Rappe vorgenommene "Fälschung" aufgeklärt.

1913 (11. November)

Albert Lüders gibt wegen Problemen bei der Geldbeschaffung den Vereinsvorsitz resigniert ab. Nachfolger Philipp Romeiser lässt den Verein zur Aufschließung der Teufelshöhle beim Königlichen Amtsgericht in Steinau an der Straße in das Vereinsregister eintragen.

1914 (12. Mai)

Die am Höhleneingang errichtete Schutzhütte wird wegen Geldmangels öffentlich versteigert ("8 Uhr abends in der Roßbachschen Gastwirtschaft").

1914

Beginn des Ersten Weltkrieges. Das Projekt "Teufelshöhle" liegt für mehrere Jahre "auf Eis".

1921

Man interessiert sich allmählich wieder für die Teufelshöhle. Dr. Hans Karl Becker beginnt mit genaueren Untersuchungen in der Höhle und deren Umgebung.

1925

Auf Antrag von Dr. Becker wird die Teufelshöhle durch das Kasseler Regierungspräsidium als erstes Naturschutzgebiet in Hessen-Nassau anerkannt und dieser Bereich geschützt.

1926

Georg Kraft (Hobbygeologe) wird Bürgermeister in Steinau und gründet kurze Zeit später den Verkehrsverein. Er ist auch dessen erster Vorsitzender.

1926

Die zweite Erschließung der Höhle beginnt unter Mithilfe von städtischen Arbeitern, Arbeitslosen, ehrenamtlich tätigen Vereinsmitgliedern und der Firma Oberhäuser.

1927 (Anfang)

Der Verein leidet erneut unter Geldmangel. Eine Lotterie erbringt 500 Reichsmark. Schwester Luise von der evangelischen Diakonie spendet ihren Hauptgewinn (100 RM). Mit diesem Geld wird ein weiterer Stollen erschlossen, der zu Ehren der Spenderin Schwester-Elisen-Stollen (heute: Klimakammer) genannt wird. Im Mai werden die neu geschaffenen Höhlenräume zur Besichtigung freigegeben.

1928

Entdeckung eines Wassertümpels.

1929

Im Frühjahr wird die gesamte Höhle der Öffentlichkeit vorgestellt. Regierungspräsident Dr. Friedensburg lässt sich bei einem Besuch am 1. Mai von der Anziehungskraft der Höhle überzeugen. Mitgereiste Reporter großer Zeitschriftenverlage machen durch Berichte die Teufelshöhle überregional bekannt. Ein Generator erzeugt Strom für die elektrische Beleuchtung (vorher: Karbidlampen). 30. Juni offizielle Einweihung durch die Stadt Steinau (verbunden mit einem Sängerfest des Arbeitergesangvereins).

1930

Ausgabe eines Faltblattes "Steinau und seine Tropfsteinhöhle"

1933

Viele Besucher kommen zur Höhle wie etwa Vereine, Schulklassen, Kameradschaften und führende Persönlichkeiten aus Nazi-Kreisen.

1935

Nach der Winterpause stürzt der Eingangsstollen teilweise ein. Durch große Anstrengung aller Beteiligten kann die Höhle im Sommer wieder geöffnet werden.

1939

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs ist die Höhle nicht mehr von öffentlichem Interesse.

1953 (23. Aug.)

Volksfest in der Mooshecke zur Eröffnung der Tropfsteinhöhle im Zusammenwirken mit Musikverein Germania, Gesangverein "Vorwärts" und dem Steinauer Sängerchor. Feierliche Einweihung durch Bürgermeister Dr. Werner Oertel und Landrat Walter Jansen. Rektor Bernhard Romeiser (Volksschule Steinau) erklärt den Besuchern die Geschichte der Teufelshöhle.

1962

Im Frühjahr fast vergebliche Suche nach neuen Hohlräumen.

1970

Der lang anhaltende Winter verursacht schwere Erdrutsche und Verschüttungen. Nur unter extremen Anstrengungen kann die Höhle wieder begehbar gemacht werden.

1972

Probebohrungen oberhalb des Teufelslochs mit mäßigem Erfolg.

1977

Der Eingangsbereich wird mit einem etwa zehn Meter langen Unterführungsprofil aus Metall ausgekleidet. Auf Anraten des Bergamtes wird der Einsturzbereich des Domes mit Torkret-Beton ausgespritzt.

1978

Erneute Probebohrungen in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesamt für Bodenforschungen.

1980

Bohrungen oberhalb der Teufelshöhle bis in 38 Meter Tiefe.

1983 (23. Aug.)

Verkündung des heute noch gültigen Naturschutzgebietes "Teufelsloch und Almosenwiesen bei Steinau" im Hessischen Staatsanzeiger.

1998

Erneuter Versuch zur Auffindung weiterer Höhlen durch die Höhlenkundliche Arbeitsgruppe unter Leitung von Bernd Pfanzelder. Dabei Entdeckung eines Ponors in einem Bachbett etwa 200 m unterhalb der Höhle.

1999

Freilegung des "kleinen Doms" unter Mithilfe verschiedener Organisationen (z. B. Technisches Hilfswerk usw.). Gleichzeitig Installierung einer neueren, umweltfreundlicheren Beleuchtungsanlage.

2012

Installation einer Beleuchtungsanlage auf LED-Lichtbasis mit einer Beschallungsanlage im Dom.


Diese tabellarische Chronologie wurde entnommen aus der Abhandlung des ehemaligen Bürgermeisters der Stadt Steinau an der Straße, Hans-Joachim Knobeloch: "Geschichte der Teufelshöhle in Steinau an der Straße" aus dem Jahre 2012


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